Sith-Kodex

Die Celebration Europe 2007 in London

Celebration Europe 2007 – Star Wars XXL

Da war sie nun endlich: die bis dato größte Star Wars – Convention in Europa. Im Fandom lange Zeit immer wieder unter wilden Spekulationen diskutiert, dann endlich offiziell angekündigt und trotz aller „Prophezeiungen” doch nicht kurzfristig abgesagt, war die Celebration Europe DAS Con-Highlight unseres Fan-Daseins! Sicher, wer schon das Vergnügen hatte auf der amerikanischen Celebration – quasi dem großen Bruder – gewesen zu sein, hat es sicher noch eine Nummer größer erlebt, aber die kleine Schwester brauchte sich dahinter ganz sicher nicht zu verstecken. Und mit all zu vielen Vorschußlorbeeren wurde die CE – zumindest in Deutschland – auch nicht gerade überhäuft. Es war doch im Vorfeld eine gewisse Grundskepsis zu spüren… und das nicht gerade grundlos: die Anmeldung war doch recht „unbürokratisch” (man bekam keine, sonst doch gewohnt personalisierte Anmeldebestätigung, sondern nur eine schlichte allgemeine Bestätigung per Mail), Fragen nach den Bonus-Features für StarWars-Clubmitglieder sowie der Erbringung des entsprechenden Nachweises darüber blieben unbeantwortet (und erhöhten die Spannung bei der Ankunft vor Ort), die Homepage erinnerte doch mehr an die Pionierzeit des Internet, sowohl vom Inhalt, als auch von der Optik und die offiziellen Informations- und Gaststars-Updates hielten sich auch arg in Grenzen (und wurden eigentlich erst kurz vor der Con regelmäßig – dann aber fast täglich – aktualisiert). Das alles führte dazu, dass in Foren, auf Dinnern und sonst wo im Fandom die CE doch recht kontrovers diskutiert wurde.

Aber das ganze Gerede interessierte einen Sith natürlich nur am Rande. Kaum war die Anmeldung „online”, schon hatten wir unsere Tickets. Und mit generalstabsmäßiger Vorbereitung (die jeden Imp vor Neid erblassen lassen würde) ging es auch gleich weiter: die Flüge, ein – für Londoner Verhältnisse – wirklich günstiges Hotel in unmittelbarer Con-Nähe (das Custom House at ExCeL) und alle Zug- und Reisetickets wurden der Reihe nach gesucht, gefunden und gebucht – der Kodex war startklar! Natürlich hatten wir uns für London nicht nur die 3 Con-Tage eingeplant, sondern gleich ein langes Wochenende daraus gemacht; sonst wäre die ganze Aktion doch etwas „unentspannt” gewesen (nicht wahr, liebe GG-Busreisende? *g*).

Drei Kodex-Mitglieder fanden sich bereits am Mittwochabend, dem 11.07.2007, im Westen der Republik zusammen, um am frühen Donnerstagmorgen mit der ersten Maschine von Dortmund nach London-Luton zu fliegen. Und auch das vierte Mitglied traf (aufgrund der hervorragenden Koordination im Vorfeld) in Luton ein… leider nicht mit der ersten Maschine, so dass wir gute vier Stunden am Flughafen rumhängen durften. Doch zu dritt, mit Kaffee & Burger und das Con-Programm studierend gingen die Stunden dann doch irgendwie rum. Dann ging es recht fix und dank der guten Verkehrsanbindung waren wir auch schon gegen Mittag am Hotel. Für alle Londonreisende noch ein kleiner Tipp am Rande: Koffer oder Reisetaschen sollten immer mit Rollen ausgestattet sein. Wer einmal das Vergnügen hatte, sein rollenloses Gepäck durch die unterirdischen, mit zahllosen Treppen geschmückten Tunnelsysteme der Londoner U-Bahn zu wuchten, wird mich verstehen können…

Zurück zum Hotel: das einchecken ging schnell und nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, ging es auch sofort zum Con-Ort, dem ExCeL: wir wollten uns schon am Vortag die Con-Tickets abholen. Das sollte sich als gute Idee herausstellen, denn eine Warteschlange gab es zu diesem Zeitpunkt nicht, was an dem Wochenende aber echt die Ausnahme bleiben sollte (am nächsten Morgen hätten wir dagegen mindestens eine Stunde angestanden). Wir bekamen auch ohne weitere Nachfragen gleich die Hyperspace-Membership-Tickets – den Nachweis einer aktiven Clubmitgliedschaft interessierte dabei übrigens niemanden. Mit den begehrten Tickets in der Hand schlenderten wir schon einmal durch den langen Mittelgang des Messe- und Kongresszentrums und versuchten uns vorzustellen, was uns hier in den nächsten drei Tagen erwarten würde… unsere Vorstellungskraft sollte dazu nicht ausreichen. Dann brachen wir aber gen London-City auf und absolvierten ein sechs Stunden hard-core Sightseeing – natürlich ganz kodex-style! ;-) Den Abend ließen wir dann gemütlich im offiziellen Con-Pub „Fox” mit ein paar Pints ausklingen (so, wie es auch an allen anderen Abenden sein sollte)…

Der nächste Morgen startete mit dem typischen Continental-Breakfast eines englischen Hotels, was ich dann an den nächsten Tagen alleine genießen durfte, denn die anderen drei bevorzugten dann doch lieber das English-Breakfast (ich habe wohl nicht so einen anspruchsvollen Gaumen)… Ob mit oder ohne Geschmack – jedenfalls gestärkt warfen wir uns dann in unsere Kostüme (und T-Shirts *g*), zauberten uns die Farbe ins Gesicht (dabei waren wir diesmal sogar noch ein wenig pingeliger und genauer als sonst – die CE legte die Messlatte halt doch ein Stückchen höher) und los ging es… und wo es am Vortag rund um das riesige Kongresszentrum noch so beschaulich und ruhig gewesen war, strömten jetzt Aberhunderte von Fans Richtung ExCeL und bildeten lange Schlangen vor den Kassen und Eingängen. Doch mit unseren Tickets in der Tasche kümmerte uns das wenig und wir betraten die heiligen Hallen. So lange hatten wir auf diesen Augenblick gewartet und dann war es endlich so weit: die Celebration Europe hatte für uns nun wirklich begonnen! Was jetzt folgt, kann (trotz aller Bemühungen) nur eine willkürliche und subjektive Beschreibung von Erinnerungen, Eindrücken und Gedanken sein, die diese drei Tage zu einem einzigartigen und unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Eines vorweg: das alles, was ich in London verpasst habe – bewusst oder unbewusst – hätte locker ausgereicht, um daraus alleine eine tolle Convention zu basteln. Womit wir beim Stichwort „basteln” gleich bei der Orga der Con sind. Während sich im Vorfeld bei dem durchschnittlichen deutschen Con-Besucher noch etwas Bauchgrummeln bemerkbar gemacht hatte (siehe oben), so wusste die Orga während der Con doch zu überzeugen. Das ExCeL war als Veranstaltungsort wirklich gut gewählt und trotz der Größe wurde aufgrund der vielen tollen Props ein richtiges Star Wars – Ambiente geschaffen (ich denke nur an den bedrohlichen Todesstern, den beeindruckenden AT-AT oder die „Lass-den-Wookiee-gewinnen”-Ecke im Falken). Die Programmpunkte und Zeitpläne wurden auch alle eingehalten (trotz Warteschlangen & Co.), man hätte diese vielleicht nur über einen Beamer der breiten Masse zugänglich machen können. Die Con-Helfer waren da nicht immer auf dem Laufenden, dafür aber freundlich und halfen einem wo es eben ging. Die Stimmung auf der Con war insgesamt wirklich super. Das lag vor allem auch an den vielen Tagesgästen. Während man auf deutschen Cons an allen drei Tagen überwiegend die gleichen Gesichter sieht, wurde die Celebration von vielen Familien als Tagesausflug besucht. Und vor allem die Augen der Kinder strahlten vor Freude und Begeisterung. Ich weiß nicht, wie oft wir beim flanieren um Fotos mit den Kleinen gebeten wurden und ein kleines Mädchen fragte sogar etwas schüchtern nach einem Autogramm (es ist übrigens gar nicht so einfach, den Namen richtig zu verstehen und dann ohne Fehler aufzuschreiben). Ja, ich gebe es zu: dieses „May i take a picture?” hatte wirklich Suchtpotenzial. Da waren dann selbst die TV-Interviews nichts besonderes mehr… ;-))

Neben den Props waren es sicher auch die vielen tollen Kostüme, die für die das richtige Star Wars – Feeling gesorgt haben (ich sage nur: die vielen tollen Padmé-Kostüme, der Vader-Koch mit Jar Jar à la carte, das Obi-Wan-Double, der Lego-Vader und die Clone-Trooper). Da überrascht es auch nicht, dass es beim Kostümwettbewerb richtig was für’s Auge gab. Gut war dabei auch die Unterteilung zwischen Child und Adult, damit der „Kleinkind-Bonus„ nicht so zum tragen kam. Warwick Davis als MoC hatte während des Kostümwettbewerbes übrigens einen besonders schweren Stand – stimmten Namen und Kostüme der Teilnehmer auf seinem Zettel und auf der Bühne aber auch wirklich nie überein… ;-)
Für richtig gute Stimmung sorgten auch die Mitglieder der English Garrison, die immer wieder in kleiner und großer Truppenstärke durch die Menge zogen und mit ihren Einlagen vor allem die Leute in Warteschlangen zu unterhalten wussten. Etwas bislang Einmaliges bot auch die Art-Show. Rund 25 Künstler hatten ihre Bilder ausgestellt – von Star Wars bis hin zu vielen anderen SciFi- und Fantasy-Motiven. Die vielen Kunstwerke waren wirklich beeindruckend. Eine solche Ansammlung von wunderschönen Bildern sucht wirklich ihresgleichen. Und die Künstler nahmen sich auch gerne Zeit, über ihre Arbeit und die Bilder zu plaudern. Ich konnte die Con jedenfalls nicht ohne Bild (okay, es waren Bilder *g*) verlassen. Weitere Programm-Highlights waren sicherlich die One-Man-Star-Wars-Trilogy-Show, das Finale des Music-Contest, das Jedi-Training auf Dagobah, einige Panels und Episode IV beim open-air-Opening – mit Ian McDiarmid höchstpersönlich als Special-Announcer.
Das Opening fand auf einer großen Wiese vor dem ExCeL statt und ja: es stockte mir wirklich der Atem, als der Imperator himself die Bühne betrat (übrigens von einem völlig indisponierten Mark Hamill angekündigt, der sich nicht einmal eine einfache Anweisungen merken konnte – Mark: erst der Trailer, dann Ian McDiarmid). Aber egal: Ian McDiarmid hatte mich sofort in seinen Bann gezogen… und es ging mir nicht als einzigem so. Der Mann hat einfach eine unglaubliche Ausstrahlung – da war es echt schade, dass er nicht auch noch an den anderen Tagen auf der Con war. Für sein Autogramm hätte ich mich stundenlang angestellt.
Den offiziellen Abschluss des ersten Tages bildete dann die Vorführung von Episode IV auf Großbildleinwand – in beeindruckender Bild- und Soundqualität… und das britische Wetter zeigte sich dann auch von seiner besten Seite.

Von ihrer besten Seite zeigten sich auch viele der Gaststars während der Panels. Allen voran ein blendend aufgelegter Anthony Daniels, aber auch Jay Laga’aia, Rick McCallum und Ray Park – der mit Warwick Davis und einigen Zuschauern die Kampf-Szene „Darth Maul vs. Qui-Gon & Obi-Wan” nachspielte Ndash; boten beste Unterhaltung.
Doch was uns von Charles Ross alias the „One-Man-Star-Wars-Trilogy-Show” geboten wurde, ragte doch noch ein Stückchen heraus. Im Vorfeld hatte sich schon herum gesprochen, dass die Show ein „Muss” sein soll – und wir nahmen am Sonntag dann auch die letzte Chance war (zum Glück stand die Show an allen drei Tagen auf dem Programm). Wie kann ein einzelner Mensch alleine mit seinem Körper, Gesten und Geräuschen in 60 Minuten die Handlung von Episode IV, V und VI nachspielen? Ich kann es nicht in Worte fassen – ihn muss man einfach live erlebt haben. Der Typ war der reine Wahnsinn! Vor allem das ein oder andere kleine Detail zeigte nicht nur, dass Charles Ross sich blind in den Filmen auskennt, sondern dass eben auch ein echter Fan auf der Bühne stand. Als Abschluss des zweiten Tages gab es dann das Finale im Music-Contest. Etliche Musiker und Gruppen hatten sich mit ihren „Star Wars – Liedern” beworben und Wochen vor der Con konnten die Fans im Internet für ihren Favoriten abstimmen. Im Finale, moderiert von Jay Laga’aia, standen sich dann „Darth Elvis” und die Metalband „Anchorhead” gegenüber: Star Wars im Elvis-Style vs. düsterste Metal-Power. Die Zuschauer wählten über ihren Applaus schließlich die Metaller zum Sieger, die für Jay Laga’aia altersbedingt einfach einige Dezibel zu viel geboten hatten. ;-) Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch noch die tapferen R2-Builders, die über die drei Tage hinweg kaum aus ihrem „Streichelzoogehege” heraus kamen, immer wieder die selben Fragen beantworten mussten und dabei ständig in Sorge um ihre R2-Einheiten lebten. Ihr habt einen tollen Job gemacht und ward für die Besucher (vor allem für die Kleinen) ein echter Hingucker.

Wo wir noch mal bei den kleinen Con-Gästen sind: bei dem Jedi-Training auf Dagobah hätte selbst ein nicht mehr ganz so junger Sith-Lord gerne mitgemacht. In einer tollen Kulisse wurden mehrmals täglich die kleinen und tapferen Con-Besucher für das Jedi-Training mit zwei sympathischen (und in Sachen Star Wars – Wissen echt gut geschulten) Jedi-Rittern auserwählt, in den Gebrauch der Macht und des Lichtschwertes unterwiesen und mussten zum Schluss sogar noch gegen Darth Vader und den Imperator kämpfen, die sie einzeln und dann gemeinsam in die Flucht schlagen konnten. Prädikat: besonders wertvoll!
Weitere Highlights, die ich leider nicht sehen/mitmachen konnte, die an dieser Stelle aber zumindest erwähnt werden sollen, waren: das Vader-Project (was Künstler alles aus dem schwarzen Helm machen können – irre!), der Kino-Fan-Film „Fanboys” (der Superkritiken bekam, aber wohl leider mit geänderter Handlung in die Kinos kommt), der riesige Heißluft-Vader-Helm und das Modell der Tantive IV, in dem die Eröffnungsszene von Episode IV mit Besuchern nachgedreht wurde und wo es exklusive Fotos gab (ein Offizier kniet natürlich nicht vor den Troopern, nicht wahr Suse? *g*).

Was bleibt noch zu erzählen? Die Verpflegung auf der Con war natürlich nicht ganz billig (Messepreise halt), aber wir hatten schnell die billige Burger-Bude in unmittelbarer Nähe von unserem Hotel entdeckt, wo wir dann täglich Station machten. Die Abende ließen wir immer in gemütlicher Runde im Fox-Pub ausklingen und es war immer wieder schön, mit bekannten und neuen Gesichtern ins Gespräch zu kommen. Und egal ob deutsch oder englisch – gelacht wurde international. Besonders schön war am letzten Abend auch der nächtliche Ausblick von der nahen Brücke auf die Stadt. Es war der wunderschöne Abschluss einer unvergesslichen Convention, die bei uns allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Auf der Heimfahrt am nächsten Tag fielen wir auch gleich in eine Post-Con-Depression und Zugfahrt, Flughafen-Lobby und der Rückflug liefen wie in Trance an uns vorbei… und als ich abends wieder daheim auf der Couch saß war es, als wenn die Ereignisse der letzten Tage noch einmal wie ein Film vor meinen Augen ablaufen würde. Solche Emotionen hatte bislang noch keine Convention in mir ausgelöst – das war wirklich Star Wars XXL!

… to be continued? I hope so!

– Darth Morpheus

P.S.
Dass es im Fandom einige sehr kritische Stimmen rund um die CE gab, soll an dieser Stelle auch erwähnt werden. Natürlich hat jeder seine eigene Meinung und auch das recht dazu, aber auf die eine oder andere Kritik möchte ich doch kurz eingehen:

  1. Wer sich bei ca. 30.000-35.000 Besuchern über Warteschlangen aufregt, dem fehlt wohl der Sinn für die Realität. Diese Supermarktkassenspezialisten sollten sich lieber an den Engländern ein Beispiel nehmen und lernen, wie man sich in Warteschlangen richtig verhält. Denn „queuing” können die Engländer wirklich gut.
  2. In den Panelraum passten nicht alle Leute? Richtig, denn dazu hätte man ein halbes Stadion gebraucht. Aber jeder, der ein Panel oder einen der anderen Programmpunkte sehen wollte, ist auch rein gekommen. Klar, wenn ich mir erst 5 Minuten vor dem Beginn überlege Mark Hamill doch sehen zu wollen, dann wurde es natürlich schwierig. Und das nach jedem Programmpunkt alle Leute den Saal verlassen mussten, ist jawohl nur logisch. Was wäre das sonst für ein heilloses Chaos geworden?
  3. Ja, über den Infostand der britischen Armee kann man geteilter Meinung sein, aber man sollte sich mit vorschneller Kritik (teilweise echte Polemik, die zu lesen war) doch etwas zurückhalten. In England hat die Armee eine ganz andere (gesellschaftliche) Stellung und da ist deren Anwesenheit auf solchen Veranstaltungen nichts Außergewöhnliches. Und das die Jungs mit dem Hüpfparcours den kleinen Con-Besuchern drei Tage lang Spaß bereitet haben, sollten die Hobby-Pädagogen unter uns jetzt nicht gleich als frühkindliche Konditionierung bewerten.

Einige Bilder der CE 2007

Und hier noch ein paar Bilder, die einige Mitglieder der Union of the Force gemacht haben.

Zu guter letzt gibt es noch ein Interview mit Darth Morpheus (Morforse??) von der Celebration Europe

© 2010 Sith-KodexImpressum