Sith-Kodex

Die DarkSideCon 2001 in Münster

Dark Side Con 2001 – Dark Side Rising

Gruppenfoto

Ja, das Jahr 2001 kann wirklich als Wendepunkt in unserem Fan-Dasein bezeichnet werden. Wie im Bericht über die Jedicon 2001 bereits erwähnt, war das Con-Leben für fünf der sechs Gründungsmitglieder des Sith-Kodex bis dahin (Achtung: Trekkie-Insider!) „das unentdeckte Land.” Gepackt von den in Köln geweckten neuen Emotionen, meldeten sich drei von uns auch noch direkt auf der Jedicon für die nächste Convention an… die dann auch für das sechste Gründungsmitglied die Con-Jungfernfahrt werden sollte: die DarkSideCon 2001 in Münster!

Vom 12.10. – 14.10.2001 war das Jugendgästehaus direkt am wunderschönen Aasee das Coruscant der „Star Wars-Fans” und Heimat für alle, denen jedes Mal beim Ertönen der „20th Century Fox”-Fanfare ein Schaudern über den Rücken läuft. Doch beginnen wir – wie so oft in den Berichten – am Donnerstagabend vor dem Con-Wochenende…
Nein, diesmal traf sich noch niemand von uns, um sich auf die Con gebührend einzustimmen. An diesem Abend war es endlich so weit – nach ca. 200 Kilometern quer durch NRW konnte ich endlich das letzte Teil meines Kostüms abholen: den Sith-Umhang! Es war wirklich eine perfekte Punktlandung (na ja, eher eine aufreibende Nervenschlacht *g*) und ich konnte mein Versprechen von der Jedicon einhalten: ich hatte mein Kostüm zur nächsten Con fertig… Es war damals ein echt aufregendes Gefühl und das Packen am nächsten Morgen verlief noch etwas unerfahren („Mist, ich hab die Wattepads zum abschminken vergessen!”), doch gegen Mittag ging es dann zusammen mit Marieke, der roten Twi’lek aus Köln, auf nach Münster. Das erste Ziel dort war der Hauptbahnhof, den wir dank des Charmes meiner Beifahrerin auch recht zügig fanden. Dort sammelten wir Suse und … ähm, Jans Schminkassistentin und Bettnachbarin aus Köln ein und standen 20 Minuten später in der Warteschlange vor dem Jugendgästehaus am Aasee… und während wir noch auf den Einlass warteten, traf auch Jan am Con-Ort ein – in seinem alten Opel war er wirklich nicht zu überhören… ;-)

Die DarkSideCon – ohne die „Rahmenbedingungen” offizieller Cons konnte man hier in vollen Zügen ein Fan unter Fans sein. Alles war natürlich viel kleiner als in Köln, aber auch irgendwie persönlicher, näher, greifbarer. Die Gaststars tummelten sich ohne Berührungsängste unter den Fans. Sie genossen diese Nähe und fast schon private Atmosphäre sichtlich und waren für einen Spaß immer zu haben – dazu später mehr…
… Wir bezogen nach dem Con-Check-In gleich unser Zimmer (zur fünft auf vier Betten und drei Kodex-Mitglieder waren darunter) und schon ging es ans umziehen und schminken. Auch wenn mir die Ehre zuteil wurde Marieke in die rote Twi’lek zu verwandeln, so hatte ich mit meinem eigenen Gesichts-Painting doch noch so meine Startschwierigkeiten. Auch filigrane Fingerfertigkeit und das scharfe Spiegelauge wollen schließlich gelernt sein. Aber getreu dem Motto: „Tu es oder tu es nicht – es gibt kein versuchen.” klappte es mit jedem Mal besser und die Flüche wurden weniger… ;-)

Am Abend ging es dann zum großen Cineplex-Kino in Münster, wo die Con offiziell eröffnet wurde. Und hier gab es dann auch die ersten richtigen Con-Erfahrungen im Kostüm zu sammeln: die Blicke der Öffentlichkeit (von staunend über freudig-lächelnd bis hin zu „was-sind-das-denn-für-Spinner”), Fotowünsche und Fachsimpeleien rund um die Kostüme. Irgendwann saßen wir dann im Kinosaal und bevor die Con mit dem Film Galaxy Quest im englischen Original einen würdigen Start hinlegen konnte, wurden wir zunächst Zeuge (oder eher Opfer?) eines ersten denkwürdigen Auftritts von Herrn T. aus R. Als perfekter Gastgeber stand er vor der großen Leinwand und begrüßte einzeln die Stargäste – eigentlich eine tolle Idee. Leider vergaß er aber bei jedem Ansatz das Mikrofon auf der Höhe seines Gürtels. Auf Deutsch wäre er so im großen Kinosaal schon kaum zu verstehen gewesen, aber natürlich ließ er sich nicht lumpen und demonstrierte uns sein eloquentestes Schulenglisch: es war ein unverständliches Kauderwelsch aus englischen Wortfetzen und unzähligen „Ähms”. Richtig schön dagegen war, dass Dave Prowse kurz nach einer Operation zur Con gekommen war und bei seiner Begrüßung aufstand und mit Krücken nach vorne zur Leinwand ging, wo all die anderen Gaststars standen – es war ein umjubeltes, mit Standing-Ovations gefeiertes Willkommen des großen Sith-Lords!

Es sollte auch nicht der letzte denkwürdige Auftritt des Darth Prowse… äh Dave Prowse natürlich… bleiben.
Während seines Panels am nächsten Tag wollte er demonstrieren, wie die „Verhör-Szene” in ANH gefilmt wurde und braucht als Rebellen-Fuzzy-Darsteller einen Freiwilligen. Und ehe ich seine Frage für mich überhaupt übersetzen konnte, sprang unsere Suse – gepackt von einer unbändigen Euphorie – schon auf und stand prompt wenige Sekunden später neben Dave (sicherlich mit etwas erhöhtem Pulsschlag, oder? *g*). Er erklärte uns mit vielen humorvollen Details, wie die Szene, wo Vader den Rebellensoldaten an Bord der Tantive IV packt und an seinem Arm zappelnd baumeln lässt, in den einzelnen Einstellungen gefilmt wurde… und Suses Hals ist sicher bis heute nicht mehr gewaschen worden. *g*

Ein weiterer Höhepunkt des Samstages war sicherlich auch der Kostümmarsch. Weit über 100 kostümierte Fans bildeten einen beeindruckenden Anblick, als wir in der Ordnung „Imperiale-Sith-Jedi-Rebellen-&Co.” durch die Münsteraner Innenstadt zogen. Autos hielten einfach an, Kinder liefen uns begeistert hinterher (jetzt weiß ich, wie sich der Rattenfänger von Hameln gefühlt haben muss – die „Begeisterung” einiger gestresster Mütter war jedenfalls auch deutlich zu sehen *g*) und neugierige Blicke folgten uns aus Cafés, Geschäften und schnell geöffneter Fenster. Schade nur, dass der Typ im tollen Vader-Kostüm wegen eines Mini-Kratzers an seinem Helm so verzickt war, dass er deswegen nicht mitgegangen ist. Ein imposanter Vader an der Spitze wäre sicher das I-Tüpfelchen des Kostümmarsches gewesen.

Mit Einbruch der Dunkelheit begann der „bunte” Showabend, der in meiner Erinnerung zwar keinen besonderen Höhepunkt zu bieten hatte, aber zumindest recht kurzweilig blieb. Erwähnenswert ist natürlich zum einen der erste und gleichzeitig auch letzte Auftritt von Jan und mir bei dem Kostümwettbewerb. Als Großadmiral und Sith-Lord zeigten wir auch unsere ganze Klasse, aber gegen den (hammergeilen!!!) Gamorreaner hatten wir einfach keine Chance. Apropos 'keine Chance' – die hatte ein, sich als Darth Irgendwer bezeichnender Alleinunterhalter an seiner Orgel bei uns auch (also, ich meine: er hatte beim Publikum keine Chance). Mit unterirdischen Kalauern und auf bekannten Melodien getextete „Reim-Dich-oder-ich-fress-Dich”-StarWars-Anspielungen, die er auch noch völlig lieblos zum Besten gab, erntete er den wohlverdienten Lohn: schallendes Lachen und „Buh”-Rufe. Besonders witzig war, dass er nach seinem ersten frustrierten Abgang von den Orga-Leuten doch zum weitermachen motiviert werden konnte… nur, um schon kurze Zeit später – nach weiteren Lach-und-Buh-Salven – endgültig von der Bühne zu stürmen. Manche Leute haben leider eine ziemlich überschätzte Selbstwahrnehmung von ihrem Können – der Typ war wirklich einfach nur schlecht.

Doch der Abend hatte noch einiges zu bieten. Während die Garrison und andere Schattenwesen bei der anschließenden Nachtwanderung durch dunkle Wege stolperten, stolperten wir in der Con-Location über den ein oder anderen Gaststar - von Richard LeParmentier (General Motti), über Jerome Blake (diverse Charaktere, z.B. Rune Haako) bis zu Angus MacInnes (Gold Leader) und erfuhren in netten Smalltalk-Runden doch so einiges aus deren Leben. Aus den Erinnerungen sticht aber eindeutig Michael Sheard (Admiral Ozzel) hervor, der mit seiner unnachahmlichen Art einfach jeden zum Lachen brachte und über wirklich alles erzählte, was ihm so in den Sinn kam. Das unvergessliche Highlight dabei war sein spontanes Autogramm auf einer unserer Bierflaschen – ein treffendes, einmaliges und unbezahlbares Sammlerstück!

Später wollten wir dann noch in die Con-eigene Disko und dort die letzten Kräfte aus unseren Körpern holen, doch… da gab es leider nichts zu holen. Die Disko entpuppte sich als durchaus zweckmäßige Räumlichkeit im Keller, wo ein eifriger DJ und drei komische Gestalten (die man den ganzen Tag über nicht gesehen hatte) alles taten, um den Abend alleine zu verbringen – damit waren sie sehr erfolgreich…

Der Abend endete dann sogar noch mit einem kleinen „Eklat”: eine bestimmte Person, nennen wir sie „nervtötende Nervensäge”, wollte unbedingt auch in unserem Zimmer pennen (wie oben erwähnt waren wir schon zu fünft auf 'nem vierer Zimmer). Wäre aber auch alles kein Thema gewesen – wenn sie halt nicht eine nervtötende Nervensäge gewesen wäre, die wirklich niemand von uns im selben Zimmer haben wollte. Nach erfolglosen Worten, griff einer von uns dann zur nonverbalen Kommunikation – genauer: er griff sich ihre Stiefel (die sie einfach schon mal bei uns im Zimmer gelassen hatte, während sie sich noch eben fix ihr Waschzeug holen wollte) und beförderte diese mit einem gezielten Wurf auf den Flur. Diese „Worte” hatte sie dann offenbar doch verstanden&hellip: komisch nur, dass sie dann noch ins Zimmer stürzte, schnurstracks auf mich zukam und mir mit ihrer lieblichen Stimme ihre Empörung über mein gemeines Verhalten mitteilte – dabei war ich doch völlig unschuldig… ehrlich! *g*
Eine Erwähnung in diesem Bericht verdient haben sich jedenfalls auch noch zwei Nerds: der eine, der in seinem selbst gebastelten Kostüm an Peinlichkeit kaum zu überbieten war – Bierdeckel auf nen Jogginganzug geklebt (sollte irgendwas aus ner SciFi-Serie darstellen). Und der andere der es schaffte, durch hirnloses Gequatsche am Frühstücks-Buffet („Glaubst Du auch, dass He-Man stärker als Luke Skywalker ist?”) die Milch sauer werden zu lassen.

Was bleibt als Fazit? Ja, diese DarkSideCon war ein Leckerbissen für uns alle! Leider sollte sie in den folgenden Jahren immer mehr an Geschmack verlieren – doch das sind dann andere Geschichten.

Für Münster 2001 gilt – Dark Side Rising!

– Darth Morpheus

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