Sith-Kodex

Die JediCon 2001 in Köln

Jedicon 2001 – Episode I

„Es war einmal vor langer Zeit…”

Ja, so wie diese Worte jedes Star Wars - Kapitel beginnen und einen sogleich das gewisse Kribbeln spüren lassen, so war die Jedicon 2001 in Köln für uns alle auch ein Beginn; der Beginn einer neuen Fan-Dimension.
Vom 13.04. - 15.04. waren die Sartory-Säle ein würdiger Veranstaltungsort für die bis dato größte Star Wars - Convention in Deutschland.
Doch es begann eigentlich noch viel früher - im Sommer 2000. Ob als jahrelanges, „stilles” Fanclub - Mitglied oder als Star Wars-begeisteter Fan ohne Clubausweis, so hatte man sein Hobby bis dahin doch meist alleine vor den Büchern / Comics, Computerspielen oder Filmen verbracht. „Klassische” Brieffreundschaften und vor allem die boomenden Internetforen boten zwar bereits die Möglichkeit, mit vielen Gleichgesinnten in Kontakt zu treten, doch etwas fehlte einfach noch: der Besuch einer Con! Das Phänomen „Star Wars” einmal live und hautnah zu erleben.
Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Mitte der 90er-Jahre die Special Edition und vor allem dann 1999 Episode I in die Kinos kamen, ich dort zum ersten Mal Fans in ihren Kostümen sah und dabei dachte: „Die machen es richtig”.
Als ich dann im besagten Sommer 2000 das Clubmagazin in den Händen hielt und die Anmeldung zur Jedicon 2001 in Köln sah, war es dann nach kurzem überlegen soweit: das anonyme Fan-Dasein hatte endlich sein Ende!

Und was waren das für unvergessliche Tage:
Die Anreise erfolgt noch alleine und mit einem nervösen Kribbeln im Bauch – was würde einen erwarten?
Schnell im Hotel eingecheckt und schon brauchte man nur Troopern, Jedis und Rebellensoldaten zu den Sartory - Sälen zu folgen.
Bereits nach 5 Minuten war klar: „Egal was noch kommt, aber ohne Kostüm geht es nicht noch einmal auf eine Con!” In 'zivil' fühlte ich mich unter all den (größtenteils echt toll) kostümierten Fans richtig 'nackt'.
… und dann erblickte ich schon nach kurzer Zeit einen unverwechselbaren Charakter aus dem EU: Großadmiral Thrawn – und das gleich in doppelter Ausführung: als 1,95m - Hüne und als (mit Stiefeln) 1,60m-Klon. Das „Bild”, das beide zusammen abgaben, war so eindrucksvoll, dass ich sofort einen meiner (inzwischen) berühmten Smalltalks aus der Hüfte zog… und so hatten sich schon nach wenigen Con - Minuten die ersten drei Kodex-Mitglieder kennen gelernt… die Macht war schon von Beginn an mit uns!
Denn auch zwei weitere Kodex-Gründungsmitglieder waren in Köln auf ihrer ersten Con, blieben im dichten Gedrängel allerdings damals noch unentdeckt (das änderte sich dann ja 2004 – siehe Bericht über die Jedicon 2004).
Unentdeckt blieben die Mitglieder einer an dieser Stelle anonymisierten Fangruppierung leider nicht… (trotzdem ein Tipp: „Pink Gungans” wäre knapp daneben – vom Namen her aber fast auf demselben Witz-Niveau) – eine, an Peinlichkeiten kaum zu überbietende Truppe, die in einem den Wunsch aufkommen ließ, dass Episode VI doch ein anderes Ende hätte nehmen sollen…
Nachdem wir den ersten Tag zwischen Panels, Händlerständen und Fotoshootings verbrachten und mit kühlen Getränken im nahen Irish Pub ausklingen ließen, ging es am nächsten Morgen gleich los… nein: nicht auf die Con, sondern zunächst auf die Suche nach Abdeckpuder für unsere geschminkten Freunde (uns begleitete nämlich eine rote Twi’lek – die übrigens auch ihre ersten Con-Erfahrungen sammelte). Wir durchstreiften, unter den verwunderten Blicken der Einheimischen, zunächst ergebnislos die nahegelegenen Drogeriemärkte, um letztlich keine hundert Meter vom Con-Ort einen Schminkladen zu finden (nach dem Tipp einer freundlichen Kassiererin).
Mit profimäßig gestyltem Teint wurde sich dann auch schon gleich dem großen Kostümmarsch angeschlossen, der zum Bahnhofsvorplatz am Kölner Dom führte. Der große Aufmarsch war für alle Touristen und Schaulustigen ein wirklich imposanter Anblick, der selbst dem Kölner Wahrzeichen für kurze Zeit die Schau gestohlen hatte. Vor dem Bahnhof war zu Promo-Zwecken von einem Pay-TV-Sender ein großer AT-AT (*lechz*) aufgebaut, der als ideale Kulisse für eindrucksvolle Gruppenfotos diente.

Am Nachmittag stand dann eine Kostümwettbewerb- und Performance-Show auf dem Programm (aus der zur Verwunderung der meisten Zuschauer Indiana Jones als Gewinner hervorging und nicht der von vielen favorisierte demaskierte Vader aus Episode VI). Unsere rote Twi’lek mischte sich nach gutem Zureden dann auch unter die Teilnehmer und verzauberte das Publikum mit einer „Marilyn-Monroe”-Nummer, indem sie unserem Großadmiral ein Geburtstagsständchen ins Mikrofon hauchte. Dieser bedankte sich für die popstar-taugliche Darbietung in gewohnt souveräner Art, aber doch auch sichtlich gerührt. Dann folgte der Abend und mit ihm eines der bislang absoluten Con-Highlights ever: Das Sinfoniekonzert des Metropolis Filmorchesters.
Ein 80-Kopf-starkes Ensemble spielte über 2 Stunden eine Auswahl der schönsten und bedeutendsten Stücke aus dem Star Wars-Universum – und das alles live! Das ganze Konzert war eingebettet in einer Erzählung und die Musik wurden durch eine Licht- und Bildershow „untermalt”.
Was soll man sagen? Hier fehlen einem einfach die Worte, um dieses Erlebnis zu beschreiben. Schon nach wenigen Sekunden – beim Ertönen der ersten Akkorde des „Star Wars - Main-Theme” – sprangen die Leute begeistert auf und noch größerer Jubel entbrannte gar, als der „Imperial March” durch den Saal geschmettert wurde.
Doch ein Wunsch geisterte schon den ganzen Abend durch die Reihen: Würde sie auch das „Duel of the Fates” spielen? Dieses Lied, welches eine der dramatischsten Szenen der gesamten Saga untermalt? Es waren bereits 3 Zugaben gespielt und eigentlich rechneten alle schon damit, dass das Licht angehen und es zum finalen Applaus kommen würde, als plötzlich der Chor ertönte und „das Duell der Schicksale” begann… der Saal tobte!
Nicht einmal John Williams hätte diesen Abschluss besser inszenieren können. Dieses Konzert war wirklich ein „Once-in-a-lifetime”-Erlebnis, ganz nach dem Motto: „Those who know cannot explain, those who don’t cannot understand.”

Den weiteren Abend verbrachten wir dann zwischen gemütlichem Hotelzimmer-Sit-In und spießiger Hotelbar (leider fehlte uns da noch die nötige Erfahrung, die zünftigen Zimmerpartys zu finden).
Am Sonntag haben wir die Con dann noch einmal richtig genossen und, beflügelt durch die Erlebnisse der letzten Tage, trafen eine wegweisende Entscheidung: wir beschlossen, uns für eine im Herbst darauf stattfindende, privat organisierte Independent-Con anzumelden - die DarkSideCon.
Nachdem die Gaststars (u.a. Admiral Ozzel, Chewbacca und Wicket) noch einmal mit großem Applaus verabschiedet wurden und das „Journal of the Whills” (Titel der Con) wieder zugeklappt wurde, hieß es nun auch für uns die Heimreise anzutreten. Nervende Klötze am Bein (die man das ganze Wochenende über nicht losgeworden war), hatte man dann doch dummerweise am Hotel 'verpasst' und so saß ich auch schon wieder im Zug – für eine Weile zusammen mit der roten Twi’lek und in angeregtem Gedankenaustausch über das vergangene Wochenende. Die Zeit des anonymen Fan-Daseins hatte ein Ende…

– Darth Morpheus

Einige Bilder der DSC 2005

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