Sith-Kodex

Die JediCon 2008 in Düsseldorf

Jedicon 2008 – A new Ho(r)st

Es war mal wieder soweit: nach vier (langen) Jahren des Wartens fand am Osterwochenende 2008 die größte deutsche Star Wars Convention statt – die Jedicon! Diesmal unter dem Motto: „The Force is forever – 30 Jahre Krieg der Sterne in Deutschland&rdquao;.
Wie bereits 2004 war erneut Düsseldorf für drei Tage die Heimat von Sith & Jedis, Imperialen & Rebellen, Schmugglern & Kopfgeldjägern und vieler anderer Fans (mit mehr oder weniger „Nerd”-Faktor). Mit dem neuen Maritim-Hotel am Düsseldorfer Flughafen wurde auch ein wesentlich besserer Veranstaltungsort gefunden, als noch vier Jahre zuvor. Doch dazu später mehr…
In bewährter Tradition traf sich der Sith-Kodex am Vorabend im Con-nahen Essen, um sich auf das Großereignis gebührend vorzubereiten: mit Pizza, dem passenden Durstlöscher, Germanys next Top-Modell, Spaceballs und vielen nostalgisch-witzigen Erinnerungen an vergangene Cons verging der Abend auch wie im Fluge…

Nach einer kurzen Nacht, dafür aber frisch gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück, wurden die Koffer, Taschen, Beutel und Rucksäcke fachmännisch in die Autos gestapelt und los ging es: zum Maritim Hotel am Flughafen Düsseldorf! Dank Kombination aus modernster Navigationstechnik und dem wachen Auge des Front-Fahrers war die Zielfindung auch nur ein Klacks…

… und schon hatte die Con ihren ersten großen Pluspunkt – den Veranstaltungsort. Das Maritim war wirklich einem solchen Event würdig: nobel, modern, mit großzügigen Räumen, einem fantastischen Frühstücks-Büfett und vor allem mit stets freundlichem und hilfsbereitem Personal. Es gab vom Hotel sogar ein Willkommensschreiben für die Con-Teilnehmer – persönlich überreicht und auch noch nett verfasst…

Im dunklen Kostüm, mit Farbe im Gesicht oder auch einer unverwechselbaren Krawatte um den Hals stürzten wir uns ins Getümmel (und eine unter uns war besonders aufgeregt, nicht wahr? *g*). Wir ließen uns erstmal ziellos treiben, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen. Schnell traf man auf altbekannte Gesichter und andere „übliche Verdächtige” – kein Zweifel: die Jedicon hat ihre treuen Stammgäste. Der Con-Bereich war ein separater Trakt des Hotels und wusste schnell zu überzeugen: ein großzügiger Eingangsbereich (mit Video-Konsolen, Catering, dem Info-Bereich und dem Fotostand der German Garrison – die Einnahmen wurde zugunsten eines wohltätigen Zwecks gespendet), die Fan-Area mit den Ständen verschiedener Gruppierungen und der große Hauptsaal waren die Eckpfeiler der Location. Der Gaststar-Bereich, die Art-Show (mit einigen wirklich tollen Ausstellungsstücken) und ein der Jedicon durchaus würdiger Händlerraum rundeten den Veranstaltungsbereich ab. So viel zum Thema „Con-Geographie” – damit dieser Con-Bericht aber nicht zu einem langweiligen Aufsatz im Logbuch-Stil wird haben wir mal ein paar Schlagworte „gebrainstormed” (gibt es DAS Wort überhaupt???), die in Sätze gekleidet ein möglichst rundes Bild von der Jedicon 2008 zeichnen sollen.

Verpflegung:

Getreu dem Motto „frühstücke wie ein Kaiser” hatten wir uns morgens erst einmal ausgiebig am (bereits oben erwähnten) reichhaltigen Frühstücks-Büfett gestärkt. Somit war immer für die nötige Grundlage gesorgt, um in einen langen Con-Tag zu starten. Die Verpflegung im Laufe des Tages variierte dann aber individuell: von Catering-Snacks bis hin zu zuckerhaltigen Power-Riegeln für zwischendurch. Abends sprach der Kodex-Hunger dann aber doch wieder eine einheitliche Sprache: da die Preise fürs Abendessen im Hotel das zu erwartende Maritim-Niveau hatten, ließen wir uns durch unsere jahrelange Werbe-Konditionierung leiten… und fanden im 200 Meter entfernten Flughafen die Oase der Geschmacksverstärker – McDonalds! … und wie gut Burger, Nuggets und Pommes nach einem langen Con-Tag doch schmecken…

Con-Programm:

Insgesamt muss man festhalten: das Programm hatte seine Höhen, aber auch (leider) seine Tiefen. So wartete das Opening mit einer durchaus netten StarWars-Adaption von „A Christmas Carol” auf – eine Auflösung der Filmgeschichte gab es aber im Rahmen der Con nicht. Dafür aber bekam man den ein oder andere (Fan-) Auftritt zu sehen, der mehr gewollt als gekonnt ausfiel (ich erinnere nur an den „verführerischen Tanz” oder die Lichtschwert-Action-Performance tja Lichtschwerter liegen scheinbar doch anders in der Hand als Säbel, Degen oder Florett… *g*). Es fehlte einfach das eine besondere Programm-Highlight. Vor allem der Sonntag bot programmtechnisch nicht mehr viel und die meisten Ausstellungen und Stände wurden schon recht früh abgebaut – was auf die Tagesgäste sicher keinen berauschenden Eindruck gemacht hat. …aber wie gesagt: es gab auch ein paar Höhen: zu nennen wäre da sicher das hammergeile AT-AT-Kostüm beim entsprechenden Wettbewerb – ein Kostüm, das mit Sicherheit auf jeder Con der Welt den ersten Platz machen würde! Das Highlight aus unserer Sicht war natürlich, dass unser Sith-Kodex-Musikvideo „Sage Ja!” gezeigt wurde ndash; als Opener am Showabend und es hat, nicht ganz ohne Stolz erwähnt, die Stimmung im vollbesetzten Saal gleich einmal so richtig düster angeheizt! Einen Pluspunkt konnte auch der Stormtrooper-Bassist mit seinem Solo-Auftritt verbuchen… doch so richtig gerockt haben dann zum Abschluss des Showabends die Sarlacc-Survivors, deren tolle Performance von Rammstein bis AC/DC den Saal noch einmal zum Beben brachte.

Gaststars:

Das Thema „Gaststars” spaltet eigentlich auf jeder Con die Gemüter. Einige erwarten mit einer gewissen naiven ??? Selbstverständlichkeit Kaliber wie Harrison Ford, Ewan McGregor oder Natalie Portman (okay, an dieser Stelle würde ich mich allerdings dem Rufen anschließen… *g*). Andere sehen auf einer Con dagegen lieber die Leute aus der zweiten oder dritten Reihe, weil diese sich oft mehr Zeit für die Fans nehmen und für einen kurzen Plausch immer zu haben sind. Wieder anderen freilich sind die Gaststars völlig Schnuppe…
Natürlich war es für die Organisatoren blöd gelaufen, dass Ray Park kurzfristig absagen musste. Da kann man wirklich niemandem einen Vorwurf machen, aber insgesamt verursachten die Namen auf der Gaststars-Liste auch unter Hardcore-Fans doch mehr Frage- als Ausrufungszeichen. Gäste wie Christian Simpson (Stand-In-Performer für Hayden Christensen), Derek Lyons (Schaufensterpuppenersatz in diversen Filmen) und Orli Shoshan (zum Leben erweckter Jedimeisterin-Traum aller Cyberwelt-Rumtreiber) sind unbestritten nette Zeitgenossen, verliehen der Jedicon aber nicht gerade den Glanz der größten deutschen Star Wars Convention (böse Zungen sprachen gar von Kirmesbuden-Niveau). Der letzten Wertung wollen wir uns zwar nicht anschließen, aber es ist einfach etwas schade, dass der OSWFC keinen größeren Bonus unter den Gaststars hat und von Lucasfilm auch scheinbar nicht besonders gesponsert wird. Dabei gilt der deutsche Markt in Fachkreisen doch als recht lukrativ…

Aber okay, die meisten Gäste waren wirklich guter Laune und man spürte, dass sie sehr gerne gekommen waren. Allen voran wusste Jeremy Bulloch zu überzeugen. Ein echter britischer Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle – und ein wirklich sympathischer Mensch obendrein… Er nahm sich immer Zeit für ein kleines Foto-Shooting und zeigte sich erfreut, wenn man auch mal ein paar Sätze außerhalb der üblichen Boba-Fett-Stories mit ihm wechselte. Einen hohen Unterhaltungswert hatten auch seine Panels, in denen er gekonnt mit dem Publikum spielte (es gibt halt Fans, die vor keinem peinlichen Auftritt zurückschrecken bzw. jede Chance nutzen, um den zahlreichen Panel-Zuschauern ihr nicht vorhandenes Talent zu demonstrieren). In Erinnerung blieben sicher auch der sehr nette Robert Watts, Daniel Logan (mit einem nachweislich schlechten Zahlengedächtnis *g*), der mit seinem nimmermüden Elan jedem Gummiball Konkurrenz machte und Steve Sansweet mit seiner Powerpoint-Filmclip-Präsentation und den üblichen „alten” Neuigkeiten rund um Star Wars (Ja, ja: „If i tell you – George will shoot me.” – die Platte hat jedes Mal denselben Sprung).

Drumherum:

Was das ganze Drumherum zur Con angeht, so sind doch zwei Dinge aufgefallen, die auf früheren Jedicons so nicht zu finden waren: zum einen, dass sich zwischen den vielen bekannten Gesichtern auch mehr internationale Gäste tummelten (ich sag nur: Chris, der Obi-Wan-Doppelgänger). Zum zweiten waren auch, speziell am Samstag, einige Familien mit Kindern auf den Con. Natürlich hatte beides nicht die Dimension wie auf der Celebration Europe, aber es zeigte doch, dass es ein gewisses Potenzial auch in Deutschland gibt. Es wird sich natürlich jetzt zeigen, was der OSWFC in Zukunft aus diesem Potenzial macht… eine Chance hat er jedenfalls (man denke nur an die Zielgruppe der „Clone Wars”)…

Night-Life:

Das zweite Gesicht einer Con zeigt sich natürlich immer erst nach dem Ende des offiziellen Tagesprogramms… und die letzten Stunden eines Con-Tages können es dann auch immer ganz schön in sich haben. Natürlich gibt es dabei unterschiedliche Schwerpunkte: da gibt es die diversen Diskussionsgrüppchen, die auf Zimmern, in der Lobby oder auf Treppenstufen hockend hemmungslos über den Inhalt der am Tag gehörten Panels rezensieren oder sich in den Geschichten des Extended Universe verirren. Wer dagegen auf gesellige Trinkspielrunden steht, ist im Dunstkreis der GG richtig aufgehoben und gemütliche Zimmerpartys mit den richtigen Getränken und Knabbereien gehören sowieso zum Con-Leben dazu. Zu erwähnen ist sicherlich an dieser Stelle noch kurz die Hotelbar mit ihrem netten Ambiente, wo das völlig überforderte Personal schnell lernen musste, dass es doch einen Unterschied zwischen den sonst einkehrenden Geschäftsreisenden und den Gästen einer Star Wars Convention gibt. Tja, auch zapfen will gelernt sein… aber Hauptsache, die Zitronenscheiben für die Cocktails hatten den richtigen Schnitt… ;-)

Horst:

Was soll ich schreiben? Über ihn ist in Foren und Leserbriefen schon so viel gesagt und gestritten worden, dass man damit ganz Bücher fühlen könnte. Eines ist sicher: auch noch in 30 Jahren werden auf der dann stattfindenden Jedicon witzige Anekdoten und schallendes Gelächter zu hören sein – über Horst und seinen Auftritt auf der Jedicon 2008. Nein, wir wollen uns der (größtenteils polemischen) Diskussion um Horst Wüst auf keinen Fall anschließen und der Gedanke der Orga war ja auch nicht schlecht: mit einem Bühnenschauspieler als Hauptfigur im Opening-Film gleich auch einen „MoC” zu haben, der als Moderator durch den Showabend führen und die Anmoderation von den Panels machen sollte. Aber warum hat man den armen Kerl nicht im Vorfeld „gebrieft” (wie das neu-deutsch so schön heißt)? Er konnte kaum einen Namen der Gaststars oder der von ihnen dargestellten Charaktere richtig aussprechen (man nehme z.B. „Bob Fett”) und wusste scheinbar gar nicht wirklich, auf was für einer Veranstaltung er da war. Wehmütig denken wir da an Marc B. Lee, der als MoC auf der Fedcon einen hammergeilen Job macht. Zur Kultfigur stieg Horst zweifelsohne am Showabend auf: SO etwas hatten wir noch nicht erlebt und ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Zunächst schwankte das Publikum noch. Horst brachte beim Kostümwettbewerb einen vernichtenden Gag nach dem anderen, aber als er dann als Pausenfüller für kleinere Technikprobleme auf die Bühne geschickt wurde und spontan seine Gedichte zum besten gab, da brachen alle Dämme. Horst ließ sich von der schallend-lachenden Masse mitreißen, war in seinem Element und nahm seine Umwelt nicht mehr war… da musste die Technik ihm schon das Mikro abdrehen, um die Menge wieder zu beruhigen. Ehrlich: so gelacht, hab ich wirklich selten, aber leider ist gerade das auch etwas schade, denn im Sinne des Erfinders war diese Eigendynamik ja nun nicht gewesen. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass es doch einige Leute gab, die den Showabend wegen der Moderation vorzeitig verlassen haben und das es viele Stimmen gab, die einen solchen Auftritt im Rahmen einer offiziellen Star Wars Convention schlichtweg für peinlich halten. Wie dem auch sei, eines ist sicher: Horst wird auch noch in vielen Jahren in unseren Erinnerungen dieser Jedicon 2008 „herumgeistern” (Achtung: Insider – man denke an den Opening-Film *g*).

– Darth Morpheus

P.S.:

Diesen Con-Bericht möchten wir als einen machterfüllten Abschiedsgruß unserem Kodex-Mitglied Darth Rage widmen, der sich im westlichen Outer Rim eine neue Existenz aufbaut:
„Jan, möge die Dunkle Seite der Macht mit Dir sein – immer!”

Einige Bilder der JediCon 2008

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